TURBOVFOLK
Space installation, 2004
Cooperation: Stef Heidhues, Christoph Rothmeier and Malte Urbschat





Be merry, oh souls,
petty, sold,
you are forged of the same rust."


from Ceca's "Rotting Cherry"



For the opening exhibition of the Galery of Visual Arts in Hamburg we invited the artists Adnan Softić, Stef Heidhues, Christoph Rothmeier and Malte Urbschat. For this occasion the artists created an installation titled "Turbo[v]folk" featuring entangled spaces, which mutually determine each other with the perspectives and insights they offer. The expression "turbofolk" refers to a music style and milieu-centred mass movement in former Yugoslavia; the music was concocted from elements of traditional folklore, eurodance and oriental music. The lyrics apply a language rich in images to tell tales of hedonistic love, blending traditional metaphors and modern day idiom in a peculiar manner. A part of the installation is a projection of a concert played by turbofolk icon Ceca at the Marakana Stadium in Belgrade. She integrates seemingly paradoxical positions such as democratic reformation, tradition and Serb nationalism in one person. She is a celebrated superstar and simultaneously the widow of the war criminal known as "Arkan", who was murdered in 2001 and with whom she owned a football club. Arkan was the leader of one of the paramilitary units responsible for the worst massacres of Bosnians and Croatians during the last Balkan war. In spite of this, Ceca remains seemingly intangible in the perception of a large following in the Balkan states. Moreover she integrates everything and ambivalently remains beyond fixed positions. The exhibition and its spatial staging touches the limits of such ambivalence. Movement and transparency and its inversion complete each other, forming different surfaces: the accessible space, simultaneously concealing the insights, opens up, "monitors", and hence mystifies.

Tillmann Terbuyken, Tim Voss




Rauminstallation, 2004
Zusammenarbeit:Stef Heidhues, Christoph Rothmeier and Malte Urbschat





“Freut euch, ihr Seelen,
kleinliche, verkaufte,
ihr seid aus dem gleichen Rost geschmiedet.“


aus Cecas, "Trula višnja"(Vergammelte Kirsche)




Für die Eröffnungsausstellung der Galerie der bildenden Künste Hamburg luden wir die Künstler Adnan Softić, Stef Heidhues, Christoph Rothmeier und Malte Urbschat ein. In ihrer zu diesem Anlass entstandenen Installation mit dem Titel "Turbo[v]folk" schufen sie miteinander verschränkte Räume, welche sich in ihren Aus-und Durchblicken gegenseitig bedingen. Der Begriff "Turbofolk" bezeichnet eine in den 80er Jahren entstandene Musikrichtung und milieubezogene Massenbewegung im damaligen Jugoslawien, deren Musik sich aus Elementen traditioneller Folklore, Eurodance und orientalischer Musik zusammensetzt. Die Texte erzählen in einer sehr bildreichen Sprache von hedonistischer Liebe, wobei sich traditionelle Metaphern auf eine eigentümliche Art und Weise mit der Moderne mischen. Teil der Installation ist die Projektion eines Konzerts der Turbofolkikone Ceca im Marakana Stadion in Belgrad. Sie vereint scheinbare Paradoxien wie demokratische Erneuerung, Tradition und serbischen Nationalismus in einer Person. Sie ist ein gefeierter Superstar und gleichzeitig die Witwe des unter dem Namen "Arkan" bekannt gewordenen und 2001 ermordeten Kriegsverbrechers mit dem sie einen Fussballklub besitzt. Dieser war im letzten Balkankrieg Anführer einer für die grössten Massaker an Bosniaken und Kroaten veranwortlichen paramillitärischen Einheit. Trotzdem bleibt Ceca in der Wahrnehmung einer grossen Fangemeinde auf dem ganzen Balkan scheinbar unangreifbar. Sie schliesst vielmehr alles ein, bleibt nicht positionierbar und ambivalent. An den Grenzen von solcher Ambivalenz bewegt sich die Ausstellung in ihrer räumlichen Inszenierung. Bewegung und Transparenz und ihre Umkehrung ergänzen sich zu verschiedenen Oberflächen: Der begehbare Raum, der das Innere zugleich verbirgt, eröffnet, "überwacht" und somit mystifiziert.

Tillmann Terbuyken, Tim Voss


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