EINE BESSERE GESCHICHTE NR.2
EXHIBITION

JULY 2016, Institute for Contemporary Art, Zagreb



Short descrption

The exhibition "A BETTER HISTORY - Nr. 2 by Adnan Softić is a part of a series of works dedicated to the new trends of architecture, of produced utopia and fabrication of history (Balkans, Europe) and their role in creating a new national narrative. The focus of the exhibition are three large construction sites: Skopje, Andrićgrad and Visoko.
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Complexity is out. Today, probably more than ever before. The most successful algorithm at this point is: State = nation = language = religion = history. The difference is only sexy when acting as a spice. And nothing is expensive when it comes to working on establishing a homogeneous history.

One tiny state is trying to sneak into the club the oldest of the old continent. Will they succeed? Shall we buy its story?
On the other hand, a well-known director harbors tremendous confidence in the strength of the imaginary, and begins to transform the celluloid into stone, as a historical corrective, which can no longer be moved from the earth. As in Hollywood, one melts into another: Myth and Reality, state-building program and artistic freedom. It is bigger then life.

At the same time, a group of enthusiasts reveals in nature camouflaged lost civilization, whose age forces us to write a new "timeline" of human history.



AUSSTELLUNG

JULI 2016, Institute for Contemporary Art, Zagreb



Beschreibung

Nichts ist zu teuer, wenn es darum geht, eine Geschichtspolitik zu betreiben, die helfen soll, eine homogene, nationale und nicht etwa multiethnische und anderweitig komplexe Identität zu stiften. Die Storyteller der neu entstandenen Staaten auf der Welt basteln fleißig daran. Die Überschrei- bung der komplexen Vergangenheit mit einer »besseren Geschichte« führt dazu, dass ein Großteil der Bevölkerung geschichtslos, im eigenen Land fremd wird. Sie verwandeln sich so aus Einheimi- schen in Ausländer und werden zu potenziellen Flüchtlingen, Separatisten, Terroristen.
Über welche Bauwerke muss ein Land verfügen, um eine „berechtigte“ Geschichte zu besitzen? Das erinnerungspolitische Vorbild ist die nationale Geschichtsschreibung der Staaten Kerneuro- pas. Ihre Geschichtspflege seit dem 19. Jahrhundert zeigt, dass es mitunter roher Gewalt bedarf, um zu erreichen, dass sich alle Bürger mit der Nation identifizieren und solidarisieren. Die Kom- plexität ist out, mehr denn je. Der erfolgreichste Algorithmus lautet: Staat = Nation = Religion = Sprache = Geschichte.
Ein solcher historischer Idealismus, der Teile der Bevölkerung etwas stummer werden lässt, wird auch in Deutschland bis heute praktiziert: An der Stelle des abgerissenen DDR-Palastes der Repub- lik wächst eine Betonkopie des Hohenzollernschlosses in den Himmel: eine Entscheidung zuguns- ten einer idealisierten Geschichte und gegen eine jüngere, noch gegenwärtige Vergangenheit.
Selbst die offensichtlichsten Imitationen hindern die Touristen und Einwohner nicht daran, sich trotzdem an der “historischen” Architektur zu begeistern. Oder ist das überhaupt wichtig - diese Sache mit dem Original?






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