



Audio- & Video Installation, 2007
"Unding, zeige dich!" (1) | 3 Minuten
Materialien:
verfremdetes TV-Rauschen,
weisses und braunes Audiorauschen,
Stereo Lautsprecher
"Unding, zeige dich!" (2) | 14 Minuten
Materialien:
Video
Werbebilder aus dem Internet:
1. Alkoholfreies Bier, Coke Zero, Tofu Würstchen, Bionade
2. Ökosiedlung, Solarzellen, Wärmebilder, Ökostromappel,
luftklärende Sparlampen, Windstromturbinen
3. div. Versicherungen
4. Marktanalysen, Sportübungen mit Stuhl
5. "Life Is Short" von X-Box
Audio
Linke Box
Texte von John Cage (Silence),
Diverse Texte über Black Paintings
Rechte Box
'Abd al-Qadir as-Sufi (Was ist Sufismus?),
Diverse Texte über das islamische Fasten
Black Box, Stereo Lautsprecher, Stimme von Adnan Softić
"Unding, zeige dich!" (1) | 3 Minuten
Materialien:
verfremdetes TV-Rauschen,
weisses und braunes Audiorauschen,
Stereo Lautsprecher
"Unding, zeige dich!" (2) | 14 Minuten
Materialien:
Video
Werbebilder aus dem Internet:
1. Alkoholfreies Bier, Coke Zero, Tofu Würstchen, Bionade
2. Ökosiedlung, Solarzellen, Wärmebilder, Ökostromappel,
luftklärende Sparlampen, Windstromturbinen
3. div. Versicherungen
4. Marktanalysen, Sportübungen mit Stuhl
5. "Life Is Short" von X-Box
Audio
Linke Box
Texte von John Cage (Silence),
Diverse Texte über Black Paintings
Rechte Box
'Abd al-Qadir as-Sufi (Was ist Sufismus?),
Diverse Texte über das islamische Fasten
Black Box, Stereo Lautsprecher, Stimme von Adnan Softić
Weitere Beschreibungen
Dass die Sprache dem "Überblick aller Beziehungen" nicht gerecht werden kann, ist eine Grundeinsicht Adnan Softićs, um Kunst zu produzieren. Am Spektakel fasziniert und beunruhigt ihn zugleich, dass etwas "Grossartiges am Laufen sei" - dass alle Sinne gleichzeitig angesprochen werden, atemberaubend und überwältigend. Doch kann ein "Spektakel" ohne medialen Einsatz überhaupt noch ein solches genannt werden? Wäre es sinnvoll, sich auf die Suche nach "vermissten Spektakeln" zu begeben? Einem solchen etwa, wo un-hörbarer Krach und un-erhörter Lärm stattfindet? Die Einsicht, dass es heute zu einer "globalen Hyper-Produktion" von Spektakeln kommt, legt den Gedanken nahe, damit generell aufzuhören - im vertrauen darauf, dass das Aussetzten des Spektakel-betriebs eine "neue Ökonomie" in Gang zu setzten vermag. Der Künstler erwartet aus solcher Stille das Erscheinen des "Noch-nicht-Dargestellten". Ein solches Verorten des Unbekannten führt Softićs Arbeitsansatz zur konsequenten Entwertung und damit Neuschöpfung von Symbolen.
Brigitte Felderer - Kuratorin der Ausstellung “Spektakel und Situation”, Paul Klee Zentrum, Bern
Statement
Die Arbeit gründet auf der Frage, ob es einen Spektakel in Abwesenheit geben kann. Der Begriff Spektakel scheint sich an dem Medium festzuklammern. Kann es daher ein Aufsehen im Unsichtbaren überhaupt geben? Und wir sehen es nicht. Oder möglicherweise doch und stets zu spät: wenn das Bild beginnt zu rauschen, wenn im Ohr Tinitus einsetzt oder wenn aus dem Nichts Kolonnen von Flüchtlingen in den Hauptbahnhof einfahren?
Die Arbeit zeigt uns drei verschiednen Praktiken im Umgang mit der Negation und deren Begehren des Unbekannten im Hinblick auf die Produktion.
Auf der Bildebene sehen wir Zitate aus der Werbung und Industrie generell. Bilder der Produkte fungieren als die Wahre selbst aber auch als eigentliche gesellschaftliche Subjekte, als Nervenimpulse des Kollektivs. Die Kritik an ihnen ist äusserst willkommen. Das Bewusstwerden der eigenen Schwäche ist der Hauptmotor des Produktionszwanges, ja, selbst wenn sich das Ding von der eigenen Essenz lösen sollte. Die Negation entwickelt neue Bedürfnisse nach ununterbrochener Produktion: die Coke Zero entsteht und viele, viele andere Ausdehnungen des Spektakels...
Die Audioebene ist aufgeteilt in zwei Perspektiven. Das ergibt ein Stereobild.
Aus einem Lautsprecher sind Zitate von John Cage und Texte, die sich mit Black Paintings befassen, zu hören. Die Stille, das Nichts, Verweigerung, Unsichtbarkeit und Farblosigkeit sollen den Blick klären und die Spuren der Gewohnheiten und der eigenen Konditionierung verschwinden lassen. Mit dem Schwarz beginnt die Suche nach einem neuen Grundvokabular. Der Prozess des Sehens rückt in den Mittelpunkt.
Aus dem rechten Lautsprecher vernehmen wir Zitate aus der islamischen Lektüre, die sich mit dem islamischen Fasten beschäftigen. Hier ist das “Ich” das Medium, das sich ihre Eigentlichkeit entledigen soll. Das Selbst soll Selbslosigkeit üben. Dabei geht es nicht nur um die Ablehnung vom Essen und Trinken sondern weit darüber hinaus. Ein Wechselspiel zwischen Tag und Nacht findet statt, in dem der Tag wie die Pause agiert und der Nacht die Aktion zugeschrieben wird.
Diese Arbeit ist unterteilt in 5 Teile, getrennt von 4 Pausen je 30 Sekunden. Anschliessend folgt eine Auszeit von 2 Minuten und 33 Sekunden, die den Loop ausschliessen soll. Insgesamt 4 Minuten und 33 Sekunden gibt es nichts zu sehen und hören.
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